TABURAUM
SOMATISCHE INTEGRATION
SEELENGESANG
SUSANNE BRIAN
In meiner Vision sehe ich immer mehr Gemeinschaftsfelder entstehen - wie Oasen - in welchen der individuellle Mensch in seiner Eigenart im WIR aufblühen kann, ohne sich selbst zu verleugnen und schmälern zu müssen. In welchen wir uns gegenseitig unterstützen, uns ehrlich und authentisch zu zeigen. In welchen es Räume gibt, wo unsere Ängste vor Bestrafung, Liebesentzug und Ausschluß heilen können.
Meine Sehnsucht gilt einer Kultur, in der das Aussprechen von Tabus willkommen ist, und als Erweiterung und heilsames Korrektiv empfunden wird, anstatt als Störung.
Das ist für mich gelebte Friedensarbeit.
Bei unserem Friedensfest 2026 nähre ich diese Vision gemeinsam mit Judith Maria Günzl im Angebot des Tabu-Raumes.
Weitere Gedanken zum Frieden
In meiner Vision beginnt Frieden in mir. Und dieser Frieden braucht Selbstehrlichkeit. Braucht, dass ich bereit bin, meine eigenen Täteranteile zu erkennen, anzuerkennen und den Schmerz, sowie die Kraft dahinter zu befreien. Frieden braucht Selbsterkenntnis.
Wo halte ich Gefühle klein, wo agiere ich sie unbewusst aus, wo flüchte ich vom Körper in den Verstand und spüre mich nicht mehr wirklich, wo bewerte und verurteile ich und tue gleichzeitig so, als täte ich es nicht? Wo halte ich Groll in mir fest, wo versuche ich, ein „guter Mensch“ zu sein und verdränge dabei alle Aspekte, die nicht in das Bild des „guten Menschen“ passen? Wo will ich andere verändern – durch moralisieren, manipulieren, Liebesentzug oder Druck – wenn mir ihr Verhalten nicht gefällt, weil es Gefühle auslöst, die ich nicht fühlen möchte? Wo bin ich anfällig für Ideologie?
In meiner Vision geschieht Frieden, wenn der Wunsch, ins geerdete Vertrauen zu sinken, grösser ist/wird als der Wunsch nach Kontrolle. Frieden geschieht bereits, wenn ich mir der Freiheit der Wahl bewusst bin. Wenn ich mir des Kontrollieren Wollens bewusst werde und darauf verzichten kann.
Frieden entsteht aus bewusstem Atmen, Spüren und Fühlen.
Wenn Raum zwischen Reiz und Reaktion entsteht und damit die Freiheit der Wahl. Frieden entsteht aus der Anbindung an und ein Geführtsein durch ein Höheres Selbst, das das Wohl des Ganzen empfinden und daraus handeln kann, ohne es irgendwem aufdrängen zu müssen. Frieden ist für mich, im Frieden zu sein mit dem, was ist, und sei es Wut oder Widerstand. Frieden ist, einen Raum des Bewusstseins zu öffnen, für alles, was in mir entsteht.
Frieden ist im Lauschen.
Frieden fnde ich in der Präsenz.
Friede geht nicht ohne Mitgefühl.
In Zeiten extremer struktureller Gewalt von Außen ist es eine hohe Kunst und ultimatives Training, in sich und dem eigenen Umfeld Frieden zu kultivieren und zu bewahren. Und wann immer dies gelingt, speist es sich ein ins grosse Bewusstseinsfeld und ist somit ein Beitrag für den Grossen Frieden. Im Kleinen wie im Grossen.
Da Frieden aber auch abhängt von friedensfördernden Strukturen, braucht es auch eine Klarheit darüber, welche gesellschaftlichen Strukturen subtil zerstörerisch wirken.
Das derzeitige Geldsystem zum Beispiel ist kriegsfördernd. Es fördert Konkurrenz und Egoismus, erschafft Mangel und Armut auf der einen Seite und unermesslichen Reichtum und Macht für Wenige auf der anderen Seite. Es korrumpiert Menschen, macht sie erpressbar und abhängig. Kurzum, es ist ein System, das Menschen gegeneinander aufbringt, statt sie zu motivieren, zusammen zu arbeiten und sich gegenseitig zu unterstützen, wie es ihr eigentliches Naturell wäre.
Es reicht also nicht allein, dass wir Frieden in uns und unserem Umfeld hervorbringen – obwohl dies schon sehr wertvoll ist – wir müssen auch ungesunde Strukturen durchschauen. Gleichzeitig braucht es, dass wir neue, fruchtbare, heilsame Strukturen aufbauen.
Frieden und Freiheit beginnen also nicht nur im Herzen, sondern auch im Kopf und sie brauchen die Wahrheit als ihren Partner, wenn nicht sogar als ihre Grundlage.
Für Frieden
Susanne